Neuer Verein: „Wir wollen den Hochschulstandort Höxter retten“
80 Gründungsmitglieder für „Klaus Töpfer Hochschulgesellschaft“ im Ratssaal – Unterstützung von Ministerin Brandes
(© Westfalen-Blatt vom 24. Juni 2026)
HÖXTER (WB) Die „Klaus Töpfer Hochschulgesellschaft Höxter – Verein zur Förderung von Lehre, Forschung und Transfer am Hochschulstandort Höxter“ hat sich im Ratssaal in Höxter gegründet. Der Verein will den TH- Standort Höxter retten.
80 namhafte Gründungsmitglieder aus Hochschullandschaft, Politik, Behörden, Unternehmen, Kirchen und Stadtgesellschaft möchten mit der Vereinsgründung ein klares Signal nach außen senden: „Wir wollen den Hochschulstandort Höxter in Betrieb erhalten und für die Zukunft weiter entwickeln.“
Durch ihre Zustimmung signalisierte die Familie des 2024 verstorbenen Bundesministers und weltweit anerkannten Umweltpolitikers, dass das Anliegen der neuen Gesellschaft ganz im Sinne von Prof. Klaus Töpfer sei. Töpfers Ehefrau Mechthild war bei der Gründungsversammlung begeistert dabei.
Zweck der „Klaus Töpfer Hochschulgesellschaft Höxter“ ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der Lehre im Sinne des Hochschulgesetzes Nordrhein-Westfalen. Die Gründungsmitglieder wie Stadt und Kreis Höxter wollen den laufenden Prozess zum Erhalt des Hochschulstandortes Höxter aktiv begleiten.
Der erste Vorstand des Vereins besteht aus Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann als 1. Vorsitzendem und Landrat Michael Stickeln als 2. Vorsitzendem. Schatzmeisterin wurde Sigrid Wichmann (Kreiskämmererin). Saskia Dreier ist Schriftführerin, Dennis Ansorge Medienbeauftragter. Als Beisitzer wurden Marlies Hemesoth, Martina Denkner und Matthias Köhne gewählt. Kassenprüfer sind Karl-Heinz Kiel und Dominik Rüther.
Allen Multiplikatoren ist es wichtig, Lehre, Forschung und Wissenstransfer in Höxter zu erhalten. Bürgermeister Hartmann sagte, dass Prof. Töpfer eine Verpflichtung und ein Ansporn sei, sich für den mehr als 160 Jahre alten Hochschulstandort Höxter einzusetzen. Prof. Klaus Töpfer sei immer eine starke Stimme für den Standort Höxter gewesen.
Matthias Köhne als Vorsitzender der Absolventen- und Förderervereinigung Höxter und Heinz-Günther Koßmann (Arbeitskreis Lehre am TH-Standort Höxter) wurde als Motoren der Vereinsgründung gelobt – ihr Team auch. Rechtsanwalt Joachim Bien leitete die Wahlen und Satzungsverabschiedung.
Die Vereinsgründung dient dazu, eine schlagkräftige und auch in Düsseldorf und Lemgo gut wahrnehmbare organisierte und strukturierte Stimme aus Höxter zu werden. Die Vernetzung zwischen Hochschule, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft soll geschafft werden. Das Vorhaben wird von allen als eine Reaktion auf die Vorgänge um das vom TH-Präsidium um Prof. Jürgen Krahl massiv betriebene Ende der Lehre in der Technischen Hochschule OWL in Höxter empfunden – Krahl selbst war nicht bei der Versammlung.
Präsident Prof. Dr. Thomas Stelzer-Rothe und Vizepräsident Prof. Ulrich Müller zeigten bewusst Flagge bei der Gründung. Die beiden vertraten die standes- und hochschulpolitische Interessenvertretung der Hochschullehrer an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) in NRW.
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes stellte in ihrer vom Bürgermeister verlesenen Grußbotschaft den Erhalt der Hochschulstandortes Höxter noch einmal heraus: „Ich sehe in den Hochschulstandorten im ländlichen Raum keine Gnadenakte der Politik. Ein Großteil der Menschen in Deutschland lebt und arbeitet im ländlichen Raum. Deshalb brauchen wir Hochschulstandorte wie Höxter, weil es einen Unterschied macht, ob Menschen mit dem Erfahrungshintergrund des ländlichen Raums die richtigen Lösungen für genau diese Regionen erarbeiten.“
„Wir können nicht auf der einen Seite den Fachkräftemangel beklagen und gleichzeitig die Angebote so stark konsolidieren, dass sie von vornherein für nur wenige Menschen infrage kommen. Deshalb habe ich von Anfang an und wiederholt klargemacht: Der Hochschulstandort Höxter muss erhalten bleiben.“
Für Brandes ist das mehr als die Frage nach einem attraktiven Studienangebot. „Es ist auch eine Frage, ob wir uns aufeinander verlassen können. Der Gesetzgeber hat sich ja etwas dabei gedacht, den Standort Höxter im Hochschulgesetz festzuschreiben. Und das heißt zugleich und ausdrücklich, dass wir Dinge verändern können. Natürlich müssen die Hochschulen im Rahmen ihrer Hochschulautonomie immer wieder selbst ausloten, welche Fragestellungen für Wirtschaft, Verwaltung und Politik in Zukunft relevant sein werden und darauf mit entsprechend passenden Studienangeboten reagieren, um die nötigen Fachkräfte auszubilden. Ich bin sicher, dass die Mitglieder der Klaus Töpfer Hochschulgesellschaft Höxter die weitere strategische Profilbildung des Standorts mit ihrer Expertise gewinnbringend vorantreiben werden.“
Der Satzungszweck der Töpfer-Gesellschaft wird insbesondere verwirklicht durch die Beschaffung von Mitteln zur Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) am Standort Höxter, dessen Träger das Land NRW ist.
Mitglied des Vereins kann jede natürliche Person, juristische Person oder Personenvereinigungen werden. Im Herbst gibt es eine erste große öffentliche Mitgliederversammlung.
Ex-Europaabgeordneter Elmar Brok sagte in einer Videobotschaft, dass Klaus Töpfer ein Mann der Region gewesen sei, der immer weit vor der Zeit gelegen und großartiges geleistet habe. Er wies auch noch mal darauf hin, dass nicht eine Hochschulverwaltung über die Zukunft der TH OWL in Höxter entscheide, sondern dies ganz klar Sache der zuständigen Politik sei.
Auch der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der sich politisch in Düsseldorf sehr für die Hochschule in Höxter einsetzt, wies in seinem Grußbrief auf die Vorteile einer Hochschule im ländlichen Raum hin. Man habe viel Geld in Höxter in die Studiengänge investiert.
Förderung und Unterstützung von Lehr- und Forschungs- und Studierendenprojekten, Förderung von Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Infrastrukturthemen, Förderung von Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Projekten, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchse und Durchführung von wissenschaftlichen Tagungen sind Ziele.

