Ägyptische Themen-Räume

Seit Mitte 2016 entstehen unter der Leitung der Künstlerin und Ägyptologin Daniela Rutica (M.A.) neue Malereien im gerade renovierten Nordflügel des Koptisch-Orthodoxen Klosters in Höxter-Brenkhausen. Jeder Ausstellungsraum ist einem ägyptischen oder koptischen Thema gewidmet. Wie bei allen Wandmalereien im Kloster werden auch hiernur natürliche Pigmente und Bindemittel verwendet. Ergänzend zu den Malereien wurde am 21. Mai 2017 in Zusammenarbeit mit Pfarrer Dr. Christian Hohmann eine Fotoausstellung mit dem Thema „Die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Ägypten. Geschichte und Gegenwart“ eröffnet. Die Bilder stehen im thematischen Zusammenhang mit dem jeweiligen Thema des Raumes und entstanden bei den Pilger-Reisen nach Ägypten 2016/2017 mit S.E. Bischof Anba Damian. Die Fotoausstellung wurde von der Evangelischen Kirche von Westfalen finanziell unterstützt.

Lehmziegelherstellung

im Alten Ägypten

Seit Mitte 2016 entstehen unter der Leitung der Künstlerin und Ägyptologin Daniela Rutica (M.A.) neue Malereien im gerade renovierten Nordflügel des Koptisch-Orthodoxen Klosters in Höxter-Brenkhausen. Jeder Ausstellungsraum ist einem ägyptischen oder koptischen Thema gewidmet. Wie bei allen Wandmalereien im Kloster werden auch hiernur natürliche Pigmente und Bindemittel verwendet. Ergänzend zu den Malereien wurde am 21. Mai 2017 in Zusammenarbeit mit Pfarrer Dr. Christian Hohmann eine Fotoausstellung mit dem Thema „Die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Ägypten. Geschichte und Gegenwart“ eröffnet. Die Bilder stehen im thematischen Zusammenhang mit dem jeweiligen Thema des Raumes und entstanden bei den Pilger-Reisen nach Ägypten 2016/2017 mit S.E. Bischof Anba Damian. Die Fotoausstellung wurde von der Evangelischen Kirche von Westfalen finanziell unterstützt.

Die Heilige Familie in Ägypten

„Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch die Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ (Matthäus 2,14-15)

Ägypten ist das einzige Land, das von der Heiligen Familie besucht wurde. Hier wurde ihr nach ihrer Flucht vor Herodes Schutz und Asyl gewährt.

Das Thema des zweiten Raums ist deshalb der Flucht der Hl. Familie nach Ägypten und ihrem dortigen dreieinhalbjährigen Aufenthalt gewidmet.

An der Südwand zeigt die riesige Nilkarte einige der wichtigsten Städte des antiken Ägyptens sowie die Orte, die die Heilige Familie gemäß der koptischen Überlieferung besucht hat und an denen sich heute bekannte koptische Kirchen und Klöster befinden.

Vor der Nilkarte sind Joseph, Maria und das Jesuskind im koptischen Stil inmitten ägyptischer Flora dargestellt ist. Die Namen der Städte sind (sofern überliefert) in ägyptischen Hieroglyphen und/oder koptischer Schrift wiedergegeben.

An der Westwand befindet sich eine zweite Malerei, die die Heilige Familie in einem Nilboot zeigt. Mit dabei ist auch die Hebamme Salome, die laut koptischer Überlieferung die Heilige Familie auf ihrer Flucht begleitete.

Seit 2025 ist der erste multimediale Raum zur „Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten“, der 2024 mit Mitteln aus dem LEADER-Regionalbudget realisiert wurde und bereits auf große Resonanz stößt.

Nilkarte mit wichtigen altägyptischen Städten und Stationen der Hl. Familie während ihrer Reise

Ägypten im Alten Testament

An der Häufigkeit des Wortes „Ägypten“ im Alten Testament zeigt sich die große Bedeutung Ägyptens für die Geschichte des Volkes Israel.

Bereits im 1. Buch Mose /Buch Genesis wird in den Erzvätererzählungen davon berichtet, dass Abraham und Sara wegen einer Hungersnot nach Ägypten gezogen sind (Gen. 12, 10-20). In den Josefs-Erzählungen (Gen. 37-50) spielt Ägypten eine große Rolle. Indem er die Träume des Pharao richtig deutet und eine Hungersnot verhindert, steigt Josef zum höchsten Beamten im ägyptischen Staat auf. Er heiratet die Ägypterin Asenat und gründet mit ihr eine Familie (Gen. 41,50). Später ziehen auch Josefs Brüder nach Ägypten. Josef und sein Vater Jakob/Israel sterben in Ägypten und werden nach altägyptischer Sitte einbalsamiert (Gen. 50, 2-3; 50,26).

Das 2. Buch Mose/Buch Exodus schildert die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten und beginnt mit der Rettung von Moses aus dem Nil durch die Tochter des Pharao und seine Berufung am Berg Horeb (Gen. 1-4).

Die Erzählungen der Bücher Genesis und Exodus sind vermutlich in der Zeit des ägyptischen Neuen Reiches (18.-20. Dynastie, 1551 – 946 v. Chr.) angesiedelt. Damals standen bereits die berühmten Tempelanlagen von Karnak und Luxor. Die Pyramiden von Gizeh, die zu den ältesten Bauwerken der Menschheit zählen und bereits im Alten Reich (um ca. 2500 v. Chr.) errichtet wurden, waren zu dieser Zeit schon fast 1500 Jahre alt.

Die Bilder und Texte in der Ausstellung sind rund um diese Themen angesiedelt, neben den biblischen Geschichten geht es darüberhinaus auch um die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel, die Entstehung der hebräischen Schrift und ihre Verbindung zu den ägyptischen Hieroglyphen.