Schlemmen im Schatten des Klosters

Höxter is(s)t lecker (5): Das Restaurant St. Markus wandelt nicht nur auf den Spuren der ägyptischen Küche und punktet mit vegetarischer und veganer Küche. Es gibt aber auch Schnitzel auf der Karte.

Neue Westfälische vom 23. Dezember 2025)

Brenkhausen. Zugegeben, von außen sieht es eher ein bisschen unscheinbar aus. Aber innen eröffnen sich ungeahnte Genussmomente: Das Restaurant St. Markus in Höxter-Brenkhausen ist nicht nur für Liebhaber der ägyptischen Küche einen Besuch wert – auch Fans vegetarischer und veganer Küche dürften dort auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

„Auf die Idee, hier ein Restaurant für den Ort einzurichten, haben uns die Bewohner gebracht“, sagt Bischof Anba Damian, der seit kurzer Zeit zum Metropoliten der Koptisch-Orthodoxen Kirche ernannt worden ist. Essen spielt im Leben der Bewohner des Klosters ohnehin eine wichtige Rolle: Nach den Gottesdiensten trifft sich die Gemeinde stets zum gemeinsamen Schlemmen. Und die Spezereien der orientalischen Küchen kamen im Ort so gut an, dass der Ruf nach mehr laut wurde.

„Das Restaurant ist zu einer Begegnungsstätte geworden. Das ist eine Chance, durch Kulinarik das Kloster und die Kultur kennenzulernen“, sagt Anba Damian. Dabei hat das Restaurant vor den Toren des Klosters ein großes Alleinstellungsmerkmal: Ägyptisches Essen gibt es in der gesamten Region weit und breit nicht. Und der Bischof weiß zu fast jedem Gericht eine Geschichte zu erzählen – etwa zum Goldenen Gericht.

Das ist ein Gericht mit roten Linsen. Für dieses Gericht verkaufte Esau seinem Bruder Jakob sein Erstgeburtsrecht. Muss also ziemlich gut schmecken. „Da ist alles drin, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, dazu gibt es Brot. Diese Suppe ist ein vollwertiges Essen“, schwärmt Anba Damian. Das alles ganz ohne Fleisch.

Warum die Falafel bei den Gästen so gut ankommen

Bei den Gästen kämen auch die Falafel sehr gut an. In der Kantine des Klosters stehen sie bereit. Ein Biss in die knusprige goldgelbe Halbkugel macht sofort deutlich, dass diese Falafel aus der Klosterküche etwas ganz Besonderes sind: Die schmecken mit den vielen Kräutern besonders frisch – vom Koriander und dem Lauch, eine leichte Säure gibt ihnen eine unvermutete Würzigkeit, bei jedem Biss knuspern sie. Das schmeckt nach mehr und hat nichts zu tun mit den Falafelmischungen, die es im Supermarkt zum Selbermachen zu kaufen gibt.

Eine andere Spezialität, die aber nicht auf der Karte steht, heißt Koshari. Das ist rein vegetarisch, sehr nahrhaft und ungewöhnlich in der Kombination. Aber Anba Damian sagt ohnehin, dass sich Koch Habib Fadi an den Wünschen der Gäste orientiert: Neben den fantastischen Falafeln, diesmal als Bowl, gibt es auch Klassiker wie Schnitzel, Pizza, Burger, Fisch und Pasta. Auch Souvlaki, Gyros oder Moussaka ist im Angebot.

Die Preise sind dabei sehr human – das Wienerschnitzel schlägt mit 10,20 Euro zu Buche, eine Beilage – Pommes, Kroketten oder Salat – ist ab 4,20 Euro zu haben. Für Veranstaltungen steht das Restaurant auch zur Verfügung, Gruppen, die größer als 80 Personen sind, können in den Gemeindesaal der katholischen Kirche ausweichen.

Im Restaurant selbst stehen 52 Plätze zur Verfügung, im Sommer allerdings erweitern sich die Kapazitäten dank einer großzügigen Außenbestuhlung noch einmal immens. Geöffnet hat das Restaurant an Wochenenden, also freitags bis sonntags, ab 17 Uhr. In der Woche können Gruppen nach vorheriger Anmeldung auch speisen. Anba Damian empfiehlt in jedem Fall, vorher einen Tisch zu reservieren, ein bis zwei Personen haben aber auch eine Chance, ohne vorherige Anmeldung einen Tisch zu ergattern.